Gemeindekonzept

1. Gestalten statt reagieren

1.1 Wir erkennen, dass Veränderung kein Durchgangsstadium ist, sondern der Normalfall der Nachfolge Christi. Deshalb sind Perspektiven und Visionen von Gott für uns wichtiger denn je.

1.2 Das heißt: Die Herausforderungen unserer Zeit sind mit den alten Formen und Gewohnheiten nicht zu bewältigen. Wir suchen nach neuen Antworten, die die Bibel und die Menschen um uns herum ernst nehmen. Bei dieser Suchbewegung spielen Gespräch und Gebet die Schlüsselrolle. Wir wollen, soweit es sinnvoll und nötig ist, die Bereichsstruktur ausbauen. Wir erwarten, dass wir damit mehr Menschen erreichen, ohne dass die Gemeinde unüberschaubar wird. Wir beten um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie werden auch aus alten Aufgaben kommen, die wir aufgeben sollen.

1.3 Alle Bereiche fragen mindestens einmal im Jahr: Welche Menschen und Aufgaben zeigt uns Gott? Was sollen wir neu beginnen, was beenden?

→ Ex 18-19; Joel 3; Mt 9,35-38; Hebr 13,14

2. Gemeinde der Begabten bauen

2.1 Wo Gott uns viele begabte Menschen schenkt, können wir entsprechende Aufgaben anpacken.

2.2 Das heißt: Wir wollen Ehrenamtliche in ihrer Mitarbeit fördern und ihnen Verantwortung übertragen. Wer zur Gemeinde kommt, soll die eigene Berufung bejahen, die eigenen Neigungen und Gaben entdecken und anwenden, sowie den Platz der Mitarbeit finden können, um selber als Zeugin und Zeuge Jesu zu leben. Besonders wollen wir Verantwortliche für Leitungs- und Seelsorgeaufgaben finden, berufen und befähigen. Wenn Arbeit von Hauptamtlichen durch andere im Rahmen der eigenen Möglichkeiten genauso gut getan werden kann, sollen sie sich auf die Förderung der Ehrenamtlichen konzentrieren.

2.3 Die Gemeinde entwickelt für Ehrenamtliche Angebote, ihre Gaben zu finden und einzusetzen; sie ermutigt Hauptamtliche zur Fortbildung.

→ Mt 25,14-30; 1Kor 12; Eph 4,7-16; 1Petr. 5,1-4

3. Missionarische Perspektiven entwickeln

3.1 Wir wollen mit Gottes Liebe Menschen in den Blick bekommen, die noch nicht an Christus glauben.

3.2 Das heißt: Wir wollen uns verstärkt ermutigen, unseren Glauben einladend weiterzugeben. Wir werden neue Menschen weitgehend über persönliche Kontakte in die Gemeinde einladen. Unser Ziel ist, dass alle Christinnen und Christen in der Gemeinde Kontakt mit Kirchenfernen haben. Wir wollen uns bemühen, die Mitglieder der Evangelischen Kirche in Heckinghausen wahrzunehmen und die zu besuchen, die noch nicht kommen. Wir werden uns neu mit den missionarischen Chancen des Gottesdienstes befassen.

3.3 Wir wollen zu freundschaftlichen Beziehungen zu Kirchenfernen ermutigen und zur Bezeugung des Glaubens befähigen. Die Gemeinde baut Angebote aus, die Kirchenferne ansprechen.

→ Mt 9,9-13; 28,18-20; Lk 19,1-10; 1Petr 3,15

4. Einladende Gemeinschaft vertiefen

4.1 In der Qualität unserer Beziehungen spiegelt sich die Tiefe unserer Jüngerschaft.

4.2 Das heißt: Für Seelsorge und Begleitung von Menschen muss Raum gewonnen werden. Wir wollen uns um geistliche Tiefe bemühen, damit Mitarbeitende nicht ausbrennen vor Aktivität. Unsere Beziehungen können widerspiegeln, welche Liebe Gott uns schenkt. Leben von Menschen wird dadurch verändert, dass sie in eine tiefere Beziehung zu Gott kommen. Wir wollen unsere Gottesdienste zu einer Quelle der Kraft werden lassen. Das System der Kleingruppen, Hauskreise und Dienstgruppen soll mehr und mehr Menschen erfassen.

4.3 Wir wollen jede und jeden zur Teilnahme an einer Kleingruppe ermutigen, wo Glaube und Leben geteilt werden.

→ Lk 7,36-50; Joh 13,34f; Apg 2,42-47; Röm 12,3-8; 15,7; Kol 3,16f.

5. An der Seite der Schwachen stehen

5.1 Die Liebe Gottes führt uns an die Seite der Schwachen, Armen und Benachteiligten.

5.2 Das heißt: Diakonie, Seelsorge, praktische Hilfe, Unterstützung und politische Einflussnahme sind Teil unseres Auftrages. Wir bezeugen und vertreten die Gerechtigkeit Gottes für alle Menschen. Sie sollen in unserer Gemeinde eine Anwältin der Gerechtigkeit und eine Anlaufstelle der Benachteiligten finden.

5.3 Wir wollen bewusst darauf achten, welche benachteiligten Menschen Gott in unser Blickfeld rückt.

→ Jes 58,7-14; Mt 25,31-46; Lk 10,25-37; Gal 6,1f

6. Teilen lernen

6.1 Menschen sollen dafür gewonnen werden, ihre Mittel unter der Perspektive des Reiches Gottes zu sehen.

6.2 Das heißt: Wir wollen uns unsere Ziele aus der Suche nach Gottes Willen geben lassen. Deshalb dürfen uns die knapper werdenden Finanzmittel nicht lähmen. Wir sehen in dem Geist der Resignation in unserer Kirche eine Versuchung des Bösen. Deshalb wollen wir einüben, von Gottes Verheißungen her zu denken. Für das, was er von uns will, wird er uns auch Menschen, Zeit und Geld geben. Wir wollen die Gedanken der Haushalterschaft und des Zehnten entdecken: Gott ist auch der Herr meines Geldes.

6.3 Wir wollen den Förderverein zum zweiten finanziellen Standbein der Gemeindearbeit ausbauen und neue Mitglieder gewinnen.

→ Mal 3,8-10; 1Kor 4,1f; 2Kor 8f; 1Thess 2,8; 1Petr 4,10

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